„WHEN THE MUSIC'S OVER - TURN OUT THE LIGHTS"
(The Doors)


Lu Lafayette
-Jochen Peters-
13.01.1953 - 11.04.2003

Wir verabschieden uns von unserem Freund, unserem Bandleader, unserem Kollegen

Bernardo Ball Jochen Bohlmann, Carsten Buss, Willi Eickhoff, Jürgen Fray, Helmut Frank, Klaus Fricke, Gerold, Till Gottschalch, Klaus Gräber, Thomas Heitkamp, Josef Hess, Peter Henken, Michael Hocke, Joey-Anne, Armin Kölbli , Harald Konietzko, Richard Kähler, Wolfgang Litter, Uschi Lüer, Peter McCallum, George Meier, Frank Mille, George B. Miller, Alessandro Musarra, Siegfried Pisalla, Dieter Roes, Heike Roes, Jürgen Roes, Reinhard Schiemann, Kai Stellmann, Silvia Stellmann, Robert Wood



Diskographie

Bandgeschichten
MAMA MC POTTLES BRAND NEW KIDS1966
STREET ARAB GROUP
PANZER
ZWERGENSCHULE
TOMORROW TOO
GASH
THE RATTLES
EASY FLIGHT
WOLFSMOND 1976-1983
THE MONSTERS
THE JOKERS
BLIZZ
NO OIL NO DUST
HAGEN ALLSTARS
WOLFSMOND 2002



Lieferbare Tonträger

WIE DER WIND SO FREI - DAS BESTE VON WOLFSMOND
Informationen zu den Titeln dieser CD
Begleittext aus dem Beiheft zur CD


SOLO-LP: SNAPSHOTS 1987
Bestellmöglichkeit der letzten Exemplare über Pegasos Versand



GEDANKEN AN LU LAFAYETTE

Bernardo Ball

Klaus Gräber

Armin Kölbli

Kai Stellmann

 
Artikel: Weser Kurier 29-04-2003

Lu Lafayette - Gedächtniskonzert am 6. Dezember 2003 in Hahnenknoop



Kontakt / E-Mail: emailkaistellmann.de

Impressum

Datenschutz




Für Lu war es Rock'n'Roll

(Lu Lafayette im Alter von 50 Jahren gestorben - Kreativer Rockpoet lebte nur noch zurückgezogen)

Bremerhaven/Bremen/Achim

Lu Lafayette (Jochen Peters) ist tot. Der jahrzehntelang in Bremen und Bremerhaven und mit Bremer und Bremerhavener Künstlern wirkende Musiker starb am 11. April in Achim im Alter von 50 Jahren.

Seine Band Wolfsmond war Stammgast in der Seestadt und Bremen und erlangte bundesweite Erfolge. Viele der Wolfsmond Hits wie "Für mich ist es Rock n' Roll" oder "Wie der Wind so frei" stehen noch heute in den Playlists der Radiostationen.

"Ich steh' auf'm Bahnhof vor'm Zeitschriftenstand,
Und halte den Revolver versteckt in meiner Hand,
Auf die einsame Menge werfe ich einen Blick
Alle hier scheinen mir auf der Suche nach dem kleinen Glück"

Vier Zeilen aus dem Lied "Beinah ein Hauch von Einsamkeit" des Bremer Rockpoeten Lu Lafayette (Jochen Peters), der in den 70er und 80er Jahren in Bremen und Bremerhaven viele Akzente setzte.

Jede Zeile ein Viertel seines Lebens, das der talentierte Musiker zuletzt nur noch vereinsamt in seinen eigenen, oder den "fremden" vier Wänden seiner Mutter verbrachte.

Wie ein roter Faden ziehen sich Schicksale anderer großer Künstler wie Jim Morrison oder Beach Boy Brian Wilson durch seine musikalische Laufbahn. Meist introvertiert, verunsichert und einsam in der Menge, fehlte Lu Lafayette sich nur auf Bühnen und in Studios zuhause, wo er all seine Kraft und Liebe in seine Lieder packte und seine Seele für jeden offenbarte, der bereit war, ein paar Schritte mit ihm auf seinem Weg zu gehen, auf dem ihm ein paar wenige Male das "kleine Glück" begegnete.

Dazu gehört sicherlich, dass 1977 das erste Album (Lu Lafayette Wolfsmond) von Frank Mille produziert wird und sofort eine Plattenfirma findet. Eine Scheibe über Liebe, Reisen,

Freiheit, die alten Rock-Archetypen des Fremden und des Einsamen (Wolfs).

Das Fernsehen entdeckt Wolfsmond, Ilja Richter lädt ein zur Disco mit "Das hat Spaß gemacht", natürlich dem "kommerziellsten" Mitsinger auf der LP. Aber hört auch jemand die Tiefen der Sehnsüchte des Künstlers außer den Musikern in seiner eigenen Band und den Freunden, die glauben, ihn zu kennen?

Vielleicht die deutsche Bundesfilmpreisträgerin Uschi Reich, die Wolfsmond einlädt, in ihrem zweiten Spielfilm "Keiner kann was dafür", einer Geschichte über das Problem der Jugendarbeitslosigkeit, mitzuwirken und die Musik zu liefern. Der Streifen bekommt aber nicht die "ausgezeichnete" Bewertung wie das Erstlingswerk und wird nur zweimal im ZDF gesendet.

Der erhoffte, durchschlagende Erfolg bleibt also aus, nicht aber ein zweiter Vertrag. "Radio Rock n' Roll" fällt spürbar rockiger aus als das Debütalbum, und wie schon auf dem Vorgänger steuert der gebürtige Bremerhavener Herzblutmusiker George Meier seine unvergleichlichen Gitarreneinwürfe und Soli bei. Es ist dann auch George, der bis Ende 1982 als einziges Mitglied der Band dabei bleibt. Beide Individualisten ergänzen sich hervorragend, der eine fühlt was der andere denkt, Ton für Ton, Zeile für Zeile, Beat für Beat.

Die folgenden drei Alben werden in immer wechselnden Besetzungen eingespielt, und es wird immer deutlicher, dass Wolfsmond eigentlich nur zwei Musiker nötig hat, Lu und George.

Diese Freundschaft überdauert auch Lu's Soloscheiben "Auf der Reise" und "Ich vermiss dich", die er mit Studiomusikern aufnimmt, und die sich wochenlang unter den Top 20 der deutschen Radiocharts tummeln. Das war vorher nur der Meier/Miller Nummer "Für mich ist es Rock n' Roll" im typischen Wolfsmond-Gewand gelungen.

Aber es bleibt bei den Radio Hitlisten der Sender vom hohen Norden bis zum "Weißwurstäquator", und das reicht einer Plattenfirma bei durchschnittlichen Verkaufszahlen

nicht, um an einem Künstler festzuhalten. Das Kapitel Wolfsmond ist erst einmal beendet, und Lu geht mit seiner großen Liebe Joey Ann, die er in einer Bremerhavener Musikkneipe kennen und lieben gelernt hat, für sechs Monate nach Hawaii.

Nach seiner Rückkehr ist er wieder allein. Joey Ann, die Lu inzwischen geheiratet hat, ist auf Hawaii geblieben, und er selbst deckt sich mit Arbeit ein. Dreieinhalb Jahre spielt er u.a. als Gitarrist und Keyboarder bei den Emsland Hillbillies. Für ein neues Album reicht das Material noch nicht, aber für ein von ihm arrangiertes Solowerk mit Coverversionen von Chuck Berry, den Rolling Stones und anderen Rock n¥ Roll Helden stehen mit einem Mal Sponsoren und Gönner seiner Talente vor der Tür. Es sieht so aus als würde alles gut, ja besser werden. Wolfsmond wird reanimiert, leider bleibt es bei vereinzelten Live-Auftritten. 1991 kommt die CD "Auf heißer Spur" mit Bassist Helmut Hattler (Kraan) auf den Markt, wo sie aber auch bleibt.

Lu wendet sich anderen Ufern zu. Von 1988 bis 90 agiert er als musikalischer Leiter des Berliner Musicals "Linie 1ì am Bremerhavener Stadttheater.

Doch immer wieder zieht es ihn in" s Studio, um seine schier endlose Liste von Kompositionen auf einen Tonträger zu bekommen, aber das Thema Wolfsmond ist längst abgehakt. Für die vielen Fans der Band ist es zu einer unbegreiflichen Tatsache geworden. Es sind "nur" noch Projekte, die hoffnungsvoll von Freunden finanziert werden, wie beispielsweise "No oil no dust", das er mit Musikern der Hardrockband "Victory" aus Hannover einspielt.

Doch danach zieht sich Lu immer mehr in ein einsames Privatleben zurück. Er geht kaum noch vor die Tür, und nur "Bruder" George Meier hat uneingeschränkten Zutritt zu seiner Eremitenhütte im Hochhaus am Freigebiet.

Immer mehr werden die Tage zu Nächten, immer länger werden die Schatten seiner Einsamkeit, immer seltener wird sein geheimnisvolles Lächeln. Für sieben Konzerte schaffen es die Hagen Allstars, ihn im wahrsten Sinne des Wortes auf die Bühne zu schleifen, aber dann ist endgültig Schluss mit musikalischer Offenbarung.

Ein letztes Mal führt den, mit dem deutschen Musikpreis von der Phono Akademie ausgezeichneten Rockpoeten der Weg nach Achim, wo er fortan bei seiner Mutter lebt.

Seine einzige Verbindung zur Außenwelt ist das Telefon, ist der "Draht" zu seinem Freund und musikalischem Mitstreiter Meier in Hagen.

Kurios, aber passend zu der mystischen Welt, die Lude Lafayette um sich aufgezogen hatte, dass der Fernseher, den er seinem Freund Robert Wood (Bremen) geschenkt hatte, um 1:45 Uhr in der Nacht seines Todes das letzte Bild sendete.

GEORGE B. MILLER 16.04.03



Impressum Datenschutz